Spielspaß auf der Abschussliste
25. November 2006 von DeRandyErst Erfurt, dann Emsdetten, und der Ärger geht von vorne los.
Zunächst geht ein Killer durch eine Schule und ballert wild um sich. Und dann nimmt die Politik den überlebenden Rest auch noch unter Beschuss und will ihn – warum auch immer – mit Spielverbot bestrafen. Zumindest für die Games, die so richtig Spaß machen, die so durchdacht und ausgereift sind, dass mit ihnen ganze Weltmeisterschaften ausgetragen werden.
Jawohl, die ganze Welt spielt Counterstrike! Nun, dass die Welt schlecht ist, wurde von mir bereits schon an anderer Stelle gesagt. Aber Counterstrike ist nun mal eine sehr schlechte Begründung dafür, warum das so ist. Dieses „böse“ Wort mit C ist mittlerweile zum geflügelten Auslöser für alles mögliche geworden: Für eine gewalttätige Jugend, für isolierte Existenzen, für eine Verrohung der Gesellschaft und vor allem für Amokläufer.
Aber in erster Linie ist Counterstrike eines: eine Zusammenfassung billiger Ausflüchte. Wenn’s im Klassenzimmer kracht, ist das Spielzeug dran schuld, und wenn ich ertrinke, dann war’s die Badehose. Eine Logik, für die z.B. das bekannte Boulevardblatt mit den vier Buchstaben schon seit Jahrzehnten vom (immer kleiner werdenden) intellektuellen Teil der Bevölkerung ausgelacht wird – leider ohne Erfolg. Aber der Regierung kommt’s recht. Ein Verbot für ein Spiel kostet ein paar Gesprächsrunden, Ausschüsse und Expertendebatten, die ohnehin tagtäglich resultatfrei ausgetragen werden. Eine Generalsanierung unseres maroden Schulsystem dagegen würde in die Milliarden gehen und den Ideenhorizont der Zuständigen maßlos überfordern. Sehen Sie den Unterschied, meine Damen und Herren?
Vielleicht kenne ich mich ja aber auch nicht wirklich aus und vielleicht ist ja unser Schulsystem gar nicht so schlecht. Und vielleicht waren „Basti“ und Steinhäuser einfach nur verrückt. Aber daran kann auch ein Verbot nichts mehr ändern.
Und wer an Waffen kommt, der kommt auch an illegale Kopien verbotener Computerspiele. Das heiß diskutierte Verbot hat keine begründete Grundlage, es dient dazu, die Machtgelüste der Regierenden zu befriedigen und zeigt einmal mehr, dass die Damen und Herren in Berlin vom Real Life keine Ahnung haben. Hauptsache beweisen, dass man das Steuer fest im Griff hat, auch wenn die Karre im Dreck feststeckt!
Eines wollte ich noch los werden:
Alle reden über Computerspiele. Keiner spricht über den Verdummungsindikator Nummer 1: Klingeltonabzocker. Aber wohl deswegen nicht, weil von den Handy-Kids keine Gefahr ausgeht. Denn solange die nicht wissen, an welche Nummer man eine SMS mit „Knall mich ab“ schicken muss, um sein Gegenüber umzupusten, muss man wohl auch keine Angst haben.
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Tags: blogmaatik, Deutschland, Terrorismus.








#1 | Am 25. November 2006 um 12:59 Uhr
Leider ist es doch immer das gleiche in diesem, unseren Lande. Blinder Aktionismus findet immer noch statt, bevor sich auch nur mal einer der Regierenden mal wirklich mit einem Thema beschäftigt oder vernünftig über etwas nachgedacht wird.
Aber mit so etwas muss man sich wohl in einer Demokratie abfinden… wir hatten in Deutschland doch die Regierungsform “Demokratie”, oder?
#2 | Am 25. November 2006 um 13:08 Uhr
Würd ich sagen. Was aber nichts bedeuten muss, denn in der DDR hatten die das ja auch so genannt…
#3 | Am 25. November 2006 um 13:34 Uhr
Zu diesem Thema gibt es übrigens auch T-shirt zu kaufen. Mal sehen wie lange dieses Produkt noch beworben wird.
#4 | Am 25. November 2006 um 13:36 Uhr
Vielleicht sollte ich zuschlagen, solange es das noch gibt, hrhr…!
#5 | Am 25. November 2006 um 16:06 Uhr
Was, Basti und Robi waren verrückt? Als nächstes erzählst Du uns noch, dass Hitler Vegetarier war!