Ching Chang Chong

11. Januar 2007 von SLogan

Zwei aktuelle Meldungen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, verdienen eine genauere Betrachtung. Vorne weg möchte ich mich bei allen Chinesen dafür entschuldigen, dass ich etwas leichtfertig mit Klischees um mich schmeißen werde, aber Ziel des Spotts sind sie nicht. Wer wäre auch so leichtsinnig?

Was weiß ich von China? Zugegeben nicht viel, aber was mir die Chinesen sympathisch macht ist, dass sie einfach alles essen, keine Religion beeinflusst sie, sie kennen keine Kochideologie oder Wahnvorstellungen ethischer Art. Meines Erachtens ein entscheidender Vorteil, der sich insbesondere nach einem Atomkrieg auszahlen würde, und der mit dazu beitragen wird, dass die Erde in den nächsten 500 Jahren chinesisch geprägt werden dürfte. Aber was soll’s? Ein einsamer Amerikaner führt immer noch einen Krieg gegen den Terror, dabei wird sich das von selbst lösen, weil die Chinesen ohnehin alles überrollen werden, sofern sie nicht so dumm sind, zum Islam zu konvertieren, denn das würde ihre Speisekarte einschränken.

Aber zurück zur Sache, die Meldungen, um die es hier geht sind folgende: Zunächst beschäftigt der Sägenhersteller Stihl Detektive, um der Produktpiraterie im Reich der Mitte entgegen zu wirken und dann, beim Kampf um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat, in dem sich Deutschland mit Japan verbündet hat, eine Allianz, die früher schon großartige Resultate erzielte, versicherte Frau Merkel, dass man nicht daran denke, das Waffenembargo gegen China zu lockern. Wie passt das zusammen, warum diese Versicherung? Selbst das nigelnagelneue iPhone ist längst kopiert worden und seien wir doch mal ehrlich, was auch immer die Chinesen an Waffen kaufen könnten, haben sie doch längst! Wir kennen doch alle Leopald 2, Maldel und Gepald…

Eine Pizza süß-sauer bitte!

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Mit unbehandelten Zwangsneurosen ins neue Jahr: Geiz!

3. Januar 2007 von DeRandy

Deutschland ist das Land der Volkskrankheiten! Rückenschmerzen, Depressionen und Impotenz treiben ihre Unwesen und verbreiten in der Bevölkerung Angst und Schrecken. Aber unlängst geht ein neues Gespenst um in der Republik.

Die 19.

Gerade eben erst wurde ich Zeuge einer Reportage auf RTL 2, die über Menschen berichtete, deren alltägliches Leben durch starke Zwangshandlungen eingeschränkt wird. Dabei besteht durchaus Hoffnung für das Leiden der Patienten, gibt es doch für alles einen Spezialisten. Die Teddysammlerin geht zur Psychologin, der Solariumabhängige zum Hautarzt und der Kettenraucher geht zum Chacka-Du-Schaffst-Es. Alles sehr vielversprechend, und die Leute besiegen Ihre Probleme auch mehr recht als schlecht. Es ist schön, wenn es für erkannte Neurosen Experten gibt.

Aber wohin geht der neurotische Geizhals? Genau: Mediamarkt, Saturn, und zur Not macht’s auch die Tankstelle am 31.12.2006 um 23.45 Uhr, um mit den nostalgischen 16 noch einmal den Tank vollzukloppen! Damit der knallharte Sparfuchs dem Tankwart etwas sagen kann, was er noch nie in seinem Leben über die Lippen gebracht hat: “Einmal vollmachen bitte!”

Die neue Märchensteuer mit erhobenen 3 Prozent ist da, und alle sind aus dem Häuschen. Da muss schnell noch ratzfatz gekauft werden, denn man könnte ja 2007 vollkommen unnötig Geld verschenken. In der Werbung trampeln uns lebendig gewordene 19er über die Blumenbeete und große Konsumketten versprechen, uns ob des Grauens innerhalb der nächsten Tage die Mehrwertsteuer zu schenken. Dabei wird lediglich der Preis um 19 Prozent reduziert; eine Quote, die im Vergleich zu den einstigen Sommer- und Winterschlussverkäufen eher lachhaft ist.

Aber egal. Die Leute lassen sich veräppeln, freuen sich darüber, und wer so richtig bresig ist, sagt auch noch: “ich bin doch nicht blöd!” Aber wer gerne um Prozente knausert, ist selber schuld!

Unglaublich! Die Menschen rennen derzeit nicht in die Läden, weil sie etwas haben wollen, sondern weil sie geizig sind. Mit einer Marktwirtschaft, die es schafft, gerade den geizigsten Pfennigfuchsern die letzten Kröten aus der Tasche zu luchsen, kann es nur noch besser werden!

In diesem Sinne: ein kaufrausches 2007!

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Ich liebe s!

10. Dezember 2006 von SLogan

Ich bin zu dem Schluss gekommen, weniger durch reifliche Überlegung als durch spontane Eingebung, dass der Fast-Food-Slogan viel tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Andere würden nach einem solchen Erlebnis vermutlich zu einem anderen Glauben konvertieren oder gleich eine Religion begründen, aber ich bin in solchen Dingen eher sachlich und betrachte sie als das, was sie sind: Schnapsideen. Doch auch bei nüchterner Betrachtung blieb ich von dem Resultat begeistert und teile es jetzt der Welt mit.

Den Schmerz in meinem Ohr hatte eine der zahlreichen Nachtdokus auf einem der kaum weniger zahlreichen Nachrichtensendern verursacht. Dort war in der Schlussbemerkung von Offizieranwärtern die Rede, ein Indiz dafür, dass der Sprecher offensichtlich zu lange den Ausführungen der Soldaten gelauscht hatte. Aber was wäre denn der Verteidigungsminister ohne Fugen-S? Der schöne Buchstabe, den tumbe Stuffze (auch OMaate) gern mit dem Hinweis auf die Bratskartoffel aus der Welt schaffen würden. Heute würde ich sie vermutlich auch auf ihre sprachliche Inkompetenz hinweisen, aber als kleiner Matrose in der Grundausbildung traut man sich das ja nicht.

Der Verschwörungstheoretiker sieht sofort, dass hier ein Kartell am Werk ist, ein Zusammenschluss von Unteroffizieren, Anwälten und Beamten, die sich fest an Vorschriften klammern und dabei sind, das schöne S des Übergangs und der wohlklingenden Aussprache auszulöschen. Diese Vernichtunggruppe will den Deutschen mit Herzenlust eine Einheitlösung vor die Füße werfen, die für Schönheitaspekte ein Wahrnehmungdefizit aufweist.

Doch das dürfen wir uns nicht gefallen lassen, nur weil der Amtsschimmel mit Sprachvielfalt überfordert ist und die gewachsenen Wortformen nicht immer mit schlichten Schablonen zu erfassen sind. Was wäre denn ein Liebesbrief ohne (e)s? Übrigens das Lieblingsbeispiel meiner Linguistik-Dozentin, wenn es um Morphologie ging.

Rettet s!

p.s.: Zur Vertiefung empfehlen wir diesen Zwiebelfisch.

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Deus Ex Machina

2. Dezember 2006 von SLogan

Die billige Entschuldigung vorne weg, dieser Artikel ist nur entstanden, weil ich mal wieder krank, also nicht im Kopf, sondern mehr im Bett, durch die Programme gezappt habe. Witzig auch, dass ich mir beim Eishockey die Atemwege ruiniert habe, obwohl es in unserem tollen neuen Dome meist tropisch warm ist – man sollte eben doch mal die Fresse halten können.

Da ich tendenziell gerne bei Phoenix oder so reinschaue, hätte auch der CDU-Parteitag eine unterhaltsame Abwechslung vom Vokabellernen sein können – ὁ παῒϛ heißt übrigens sowohl Kind als auch Sklave, warum also immer von Kindersklaven reden? – aber ich bin natürlich bei der geilen Schlampe in der Richtershow hängen geblieben, die 34 Leuten das Leben ruiniert hatte.

Ich liebe diese Sendungen! Ich würde sie nie gucken, aber wenn man nur fünf Minuten gesehen hat, weiß man ganz genau, wie der Hase läuft, also der Fall ausgeht. Die Standardmuster sind abzählbar: entweder hat der Ehemann irgendwelche ‘beste Freundinnen’ geschwängert oder ein gehörnter Liebhaber wollte die Ex umbringen (lassen), garniert mit ein paar Variationen, die Beendigung eines Lebens oder Zeugung(sversuche) desselben sind garantiert täglicher Bestandteil einer Sendung. Schön, dass es keine kreativen Überraschungen gibt! Denn egal wie lahm der Fall auch läuft, am Ende klingelt ein Handy, taucht ein Indiz auf oder hat ein Zeuge seinen Einzug, wodurch das ganze Geschehen scheinbar auf den Kopf gestellt wird. Wenn da nicht dieses simple Strickmuster zu Grunde läge, von dem zu klären wäre, ob es von den Autoren oder dem Publikum verschuldet ist.

Und die geile Blondine hatte zwar das Leben aller anderen ruiniert, aber für den Mordversuch war ihr Ex verantwortlich, der kurz vor Schluss noch auspackte. Und danach kommen die Einrichtungsshows…

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Spielspaß auf der Abschussliste

25. November 2006 von DeRandy

Erst Erfurt, dann Emsdetten, und der Ärger geht von vorne los.

Zunächst geht ein Killer durch eine Schule und ballert wild um sich. Und dann nimmt die Politik den überlebenden Rest auch noch unter Beschuss und will ihn – warum auch immer – mit Spielverbot bestrafen. Zumindest für die Games, die so richtig Spaß machen, die so durchdacht und ausgereift sind, dass mit ihnen ganze Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

Jawohl, die ganze Welt spielt Counterstrike! Nun, dass die Welt schlecht ist, wurde von mir bereits schon an anderer Stelle gesagt. Aber Counterstrike ist nun mal eine sehr schlechte Begründung dafür, warum das so ist. Dieses „böse“ Wort mit C ist mittlerweile zum geflügelten Auslöser für alles mögliche geworden: Für eine gewalttätige Jugend, für isolierte Existenzen, für eine Verrohung der Gesellschaft und vor allem für Amokläufer.

Aber in erster Linie ist Counterstrike eines: eine Zusammenfassung billiger Ausflüchte. Wenn’s im Klassenzimmer kracht, ist das Spielzeug dran schuld, und wenn ich ertrinke, dann war’s die Badehose. Eine Logik, für die z.B. das bekannte Boulevardblatt mit den vier Buchstaben schon seit Jahrzehnten vom (immer kleiner werdenden) intellektuellen Teil der Bevölkerung ausgelacht wird – leider ohne Erfolg. Aber der Regierung kommt’s recht. Ein Verbot für ein Spiel kostet ein paar Gesprächsrunden, Ausschüsse und Expertendebatten, die ohnehin tagtäglich resultatfrei ausgetragen werden. Eine Generalsanierung unseres maroden Schulsystem dagegen würde in die Milliarden gehen und den Ideenhorizont der Zuständigen maßlos überfordern. Sehen Sie den Unterschied, meine Damen und Herren?

Vielleicht kenne ich mich ja aber auch nicht wirklich aus und vielleicht ist ja unser Schulsystem gar nicht so schlecht. Und vielleicht waren „Basti“ und Steinhäuser einfach nur verrückt. Aber daran kann auch ein Verbot nichts mehr ändern.

Und wer an Waffen kommt, der kommt auch an illegale Kopien verbotener Computerspiele. Das heiß diskutierte Verbot hat keine begründete Grundlage, es dient dazu, die Machtgelüste der Regierenden zu befriedigen und zeigt einmal mehr, dass die Damen und Herren in Berlin vom Real Life keine Ahnung haben. Hauptsache beweisen, dass man das Steuer fest im Griff hat, auch wenn die Karre im Dreck feststeckt!

Eines wollte ich noch los werden:
Alle reden über Computerspiele. Keiner spricht über den Verdummungsindikator Nummer 1: Klingeltonabzocker. Aber wohl deswegen nicht, weil von den Handy-Kids keine Gefahr ausgeht. Denn solange die nicht wissen, an welche Nummer man eine SMS mit „Knall mich ab“ schicken muss, um sein Gegenüber umzupusten, muss man wohl auch keine Angst haben.

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Wortbedeutungsle(e)hre

19. November 2006 von DeRandy

Es ist schon seltsam, welch wundersame Entwicklungen Wörter machen können. Heute will ich in dem Zusammenhang über ein ganz besonderes Wort sprechen.
Wir alle kennen dieses Wort, viele schon von Kindheit an, obwohl es nicht unserer Sprache entstammt. Nahezu unscheinbar war dieses Wort Jahrzehnte lang als kleine Überschrift im Abspann großer und kleiner filmischen Machwerke zu lesen. Dieses Wort stellt die Rollenverteilung vor und ist das Ergebnis einer langen und harten Arbeit der Filmspezialisten, die hinter den Kulissen stehen und sich den Kopf darüber zermartern, welcher Schauspieler für welche Rolle der richtige ist. Die Rede ist von:

cast

Wir alle kennen die Ergebnisse und sind mit ihnen sehr zufrieden. Daher geht es uns kilometerweit an unseren Blogärschen vorbei, wie so ein Casting für Chewbacca, Han Solo oder James Bond ausgesehen haben könnte. Wer waren die Mitstreiter, die mit Harrison Ford und Sean Connery ins Rennen gegangen sind? Oder wer hatte sonst noch geglaubt, beim “Boot” den “Alten” machen zu können? Wer hat Jenna Jameson und Kim Gina Wilde gecastet? Nett zu wissen, aber uninteressant, wenn das Resultat stimmt.

Heute ist das Casting zu einem autonomen Mediengespenst mutiert, das uns terrorisiert, sobald wir die Glotze auch nur anschalten.

Wenn dann nach der finalen Endausscheidung der neue Popstar/Neue Engel/Superstar oder das neue Supermodel wie frisch aus dem Ei geschlüpft vor der Jury steht, dann fehlt nur noch eins: Der Griff zum wegschmeissen.

Denn normalerweise verdienen die Macher ihr Geld damit, dass sie nach einem harten Castingkampf ein High-End-Produkt auf die Bühne oder auf die Leinwand zaubern können, über das die Menschen noch lange sprechen. Nun ist das aber irgendwie anders. Da wird mit Castingshows ein Heidenumsatz gemacht, und von dem, was unter dem Strich dabei herauskommt, will schon nach ein paar Tagen niemand mehr etwas wissen. Natürlich zurecht, denn der aufklebbare Plastikpickel aus dem Scherzartikelladen verkauft sich besser als jeglicher Vinylfurz von Nu Pagadi.

Das Casting ist jetzt die eigentliche Vermarktungsware, nicht mehr das, was am Ende dabei herumkommt. Der Weg ist das Ziel, sagt man zwar, aber dieser weise Spruch wird hier wohl ad absurdum geführt. Und mal allen Ernstes: Was soll das denn auch bitteschön für ein Casting sein, wenn am Ende Küblböck, Klaws und plärrende Heulsusen dabei herumkommen? Ja ja, ich weiß, von wegen Heulsusen… die weinen ja nur, weil es im Showbiz so hart zur Sache geht. Popstarkarrieren stehen auf der Kippe, wenn Detlef D. einen schlechten Tag hat und Kindheitsträume vom Berühmtsein platzen, wenn der Daumen vom Bohlen nach unten geht. Kennen wir ja, das Thema, das die Massen fasziniert: Die Welt ist schlecht.

Aber Casting-Shows sind schlechter. Und wesentlich sinn-freier, als es allein schon Blogmaa jemals sein könnte.

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Fernsehklassiker III

11. November 2006 von SLogan

Wirft man einen Blick zurück auf das Fernsehen der 80er, fallen einem sofort viele Parallelen zur Gegenwart auf. Natürlich gibt es auch zahllose Unterschiede, aber jeder pickt sich halt das raus, was ihm gerade passt. Und in diesem Fall soll es eine verblüffende Ähnlichkeit sein.

Ein wichtiger Aspekt, der oft im Mittelpunkt von Sendungen stand und steht, ist Handarbeit und Bastelei. Der deutsche Zuschauer denkt direkt an Hobbythek und Löwenzahn, doch muss man zugeben, dass beide Programme Action und Dramatik vermissen lassen.

In der gleichen Tradition steht beispielsweise der Vater aller Taschenmessernutzer Angus. Der Name sagt Ihnen nichts und der Hinweis auf das Taschenmesser hat auch nicht geholfen? Was ist mit Draht und Klebeband, die man immer gebrauchen kann? Genau, die Rede ist vom Raketenkonstrukteur MacGuyver. Wie viele Wohnungen von ihm inspiriert in Flammen aufgingen, wollen wir lieber gar nicht wissen.

Den Geist dieser Sendungen durch die 90er rettete ‘Home Improvement’, womit wir zur Gegenwart kommen. Das Parade- beispiel für Basteltipps in der Gegenwart ist das MTV-Format ‘Pimp your Ride’. Was ist schon ein Frusip gegen einen LCD-Monitor unter dem Autodach? Schöne neue Fernsehwelt!

Aber um endlich auf den Punkt zu kommen, die größte Ähnlichkeit zwischen zwei Sendungen von einst und jetzt haben das unerreichte A-Team und die Jungs von Orange County Choppers. Nur Wellblech als Kugelschutz vermisst man im zweiten Fall vielleicht. Die Motorradschrauber als Nachfolger der Crew um Hannibal Smith zu stilisieren ist vielleicht etwas hoch gegriffen, aber Paul Teutul Sr. ist definitiv der legitime Erbe von B.A. Baraccus im Gegenwartsfernsehen!

Und was bauen wir heute?

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Food on the Fasttrack

2. September 2006 von SLogan

Essen auf der Überholspur

Der öffentliche Personen-Nahverkehr dauerkriselt vor sich hin und die Betreiber – oder heißen die inzwischen auch Provider? – versuchen, sich durch neckische Maßnahmen wie spontante Fahrplanänderungen und willkürliche Preiserhöhungen aus der Affäre zu ziehen, ohne jedoch das zentrale Problem anzugehen: Dönerverzehr in der Straßenbahn!

Warum ist es jedem Möchtegernfeinschmecker gestattet, mit seiner 1,50 Euro Fleischtüte die rare Atemluft zu verpesten? Neben diesem größten Ärgernis für Passagiere – Burger in Bussen sind nur marginal besser – ist selbst laute Musik harmlos, weil sie in der allgemeinen Geräuschkulisse untergeht. Wie zum Glück auch die anregenden Gespräche, denen man meist nicht lauschen will, es sei denn man interessiert sich für menschliche Abgründe oder liebäugelt mit Suizid. Gut, man kann argumentieren, dass es in der Bahn auch übel stinkt, aber da gehen Essensvorlieben und Ausdünstungen ja miteinander einher.

Andererseits scheint seitens der Mehrheit der Fahrgäste eine verhängnisvolle Gleichgültigkeit vorzuherrschen, was den Aspekt Fahrvergnügen angeht. Wie wäre es sonst zum Beispiel zu erklären, dass sich bei einer Vierersitzgruppe immer jemand findet, der sich für den Platz gegenüber des einzigen Sitzenden entscheidet? Es wäre doch auch für ihn angenehmer, versetzt Platz zu nehmen und die Beine nicht wie ein Kniekranker anzuwinkeln.

Hätte sich Deutschland vielleicht doch am Irak-Krieg beteiligen sollen? Auf die Art hätte der ÖPNV mit der Zeit eine tiefgreifende Neustrukturierung erlebt und das Benzin käme billiger aus Mesopotamien, übrigens einst die erste Hochkultur.

p.s.: Ich nehme jetzt den Golf…

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Warum mach(t) (m)ich MTV nicht mehr an?

17. August 2006 von SLogan

Neulich ging es noch durch die Medien, MTV war tatsächlich schon 25 Jahre alt geworden, und überall tauchten die Namen noch mal auf, die meine Kindheit (unter Kindheit fasse ich gern alles vor der Uni zusammen) begleitet hatten: Bianca, Michael, Daniela, Torsten… ach ne… Kristiane Backer, Ray Cokes, Rob – the cameraman, Simone Angel und Rebecca de Ruvo. Gibt das hier so’n elendigen Nostalgie-Trip?

Ja, irgendwie schon, schließlich ist Nostalgie besser als Ostalgie, denn im Musikfernsehen gab es keinen Todesstreifen (nicht vergessen!). Dafür unten den fetten Balken, der Titel, Album und Interpret verriet, die meisten Videos erkannte man ja ohnehin nach wenigen Sekunden. Und ich werde hier nicht meine musikalischen Vorlieben preisgeben, die finde ich schon seltsam genug. Wie auch immer, MTV hat einfach Spaß gemacht!

Okay, die meisten Witze von Ray hab ich nicht verstanden, aber ohne Most Wanted (vormals Ray’s Request) könnte ich ja heute gar keine Fremdsprache. Chartshows, Themenwochenenden und Konzerte, früher ging einfach mehr. (Das Freddie-Tribute-Concert hab ich auf MTV-Asia gesehen, abgefahren – und Queen bleibt unerreicht!) Nein, es war nicht alles besser, aber einiges.

Und sei’n wir doch mal ehrlich, für die Kohle, die diese Klingeltonabzocker kassieren, kann man sich doch auch ne IR-Schnittstelle oder ein Bluetooth-Dongle leisten, irgendwelche Tools wird selbst der Letzte bedienen können. Was hat überhaupt ‘Pimp my Rheydt’ mit Musik zu tun?

Hach, man hätte doch viel mehr aufnehmen sollen früher… Internet killed the Videostar oder Tagesschau killed the-MTV-program- in-the-morning. Heute wache ich mit Kay-Sölve Richter auf und freue mich, dass es Menschen im Fernsehen gibt, die ganze Sätze sprechen können.

Ich werde alt, na und? Das glaubt mir eh keiner…

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Mel Gibson wird Hauptdarsteller in Hussein- Verfilmung

30. Juli 2006 von DeRandy

gibIn der Zelluloidküche wird wieder geackert! Die Planungen zum Film über den Holocaust sind noch nicht ganz unter Dach und Fach, da plant Religionsfanatiker Gibson schon wieder seinen nächsten Streich. Nach der Massenvernichtung kommen die Massenvernichtungswaffen. Die Lein- wandbiografie über den größten Diktator der Gegenwart soll dort Aufschluss geben, wo das Blix-Kommando jämmerlich versagt hat. Dabei will der Meister persönlich die Rolle des gescheiterten Diktators spielen.

Unterstützung für den Film bekommt Gibson von ganz oben. „Natürlich gibt es dort lebensbedrohliche Gefahren im Irak, die die Massen bedrohen“, verteidigt George W. Busch das Projekt. „Überlegen Sie doch nur, was ein Sandsturm für verheerende Folgen haben kann. Sand verstopft die Triebwerke unserer Maschinen und tut in den Augen unserer Soldaten weh. Und Sand gibt es im Irak ja schließlich genug.“ Aber dagegen ist man im Pentagon gewappnet und investiert gerade Gelder in die Entwicklung eines Mikrowellensenders, der dazu in der Lage ist, die Sandvorräte des Feindes zu verdampfen. Nicht, dass die Amis so eine Waffe im Golfkrieg noch nötig hätten, jetzt, wo der Diktator hinter Schloss und Riegel sitzt. Sie wäre aber hilfreich für den Fall, sollte mal unter den Pyramiden Öl gefunden werden.

Über den Titel des Leinwandspektakels streitet man sich noch. Dabei diskutiert die Gibson-Crew über Namen wie: „The More Lethal Weapons“, oder auch: „Signs – Raketenkreise im Ölfeld.”, Es kommen aber auch Vorschläge aus fremden Rängen, wie z.B. „I Know what you built last Summer.“

Dass die Regierung Husseins alles andere als friedlich und human war, wissen wir bereits. Dementsprechend werden wohl auch die Auswirkungen auf den Film sein. Eine der wesentlichen Fragen ist: “Haben wir in Ihrem neuen Film wieder mit sinnloser Darstellung von Gewalt zu rechnen, wie schon im Jesusstreifen?”
„Nein“, sagt Meister Mel zuversichtlich. „So eine Prügelorgie wie „Die Passion Christi“ wird es nicht mehr geben.“ In der Tat könnte der Mann damit Recht haben, zumindest, da die Gewalt in dem Film eher unbeabsichtigt war. Neueste Recherchen haben nämlich ergeben, dass der Jesus-Darsteller im besagten Film nur bis zum Antritt des Marsches zum Berg Golgatha so heftig geprügelt werden sollte. Die restlichen Schläge hat er nur bekommen, weil er nicht wusste, wo er hinlaufen sollte. Da der Schauspieler in der Tat nur so etwas wie Aramäisch spricht, hatte er die amerikanischen Regieanweisungen nicht verstehen können.

Ein wichtiger Aspekt des neuen Saddam-Streifens ist natürlich der Konflikt mit dem Islam im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des 11. Septembers. Die Auseinandersetzung mit dem nahen Osten hat tiefe Furchen bei der amerikanischen Bevölkerung hinterlassen. Entsprechend langwierig waren auch die Aufräumarbeiten nach der Katastrophe. Bei einem Verlust von gerade mal zwei Hochhäusern hat man ungefähr 12 Monate gebraucht, um den ground zero wieder einigermaßen hinzubekommen. Einige kritische Stimmen sagen, dass wenn wir Deutschen genauso lahmarschig gewesen wären, wir die Reste von Dresden noch heute zusammenfegen würden. Aber das nur am Rande.

Wir wünschen Herrn Gibson für das Projekt alles Gute! Eine gewisse Ähnlichkeit mit der wirklich existierenden Hauptperson können wir nach obigem Beweisfoto einfach nicht leugnen. Beim Barte des Propheten!

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