Indy 4: Harrison Ford kann’s noch!
29. Mai 2008 von SLoganKinobesuch und Verfassen des Textes haben diesmal ein bisschen auf sich warten lassen, aber der Streifen ist ja noch ein Weilchen in den Lichtspielhäusern. Mit Skepsis ging es ins Kino, positive wie negative Kritiken ignorierend und hinterher kam ich begeistert nach Hause, so darf ein Kinoabend sein! Es ist ein echter Indiana Jones, daran gibt es nichts zu rütteln.
Der Film hat die beiden wichtigsten Zutaten, welche die ersten drei Teile zu dem gemacht haben, was sie sind. Es gibt viel Humor in Slapstick-Einlagen und Sprüchen der Protagonisten. Beispiele? Indy verabschiedet sich von den Kommunisten mit den Worten „Lang lebe Eisenhower“ und bei einer kleinen Motorradpanne gibt er seinen Studenten Folgendes mit auf den Weg: „Wenn Sie gute Archäologen werden wollen, sehen Sie zu, dass sie aus der Bibliothek kommen!“
Außerirdische und John Hurt – Wer sonst?
Fangen wir mit den Darstellern an, die Besetzung der Indy-Filme hat nie enttäuscht und dabei ist es auch diesmal geblieben. An erster Stelle ist natürlich Harrison Ford zu nennen, bei dem man sich einfach fragen muss, warum seine Filme in letzter Zeit eher so’n bisschen bescheiden waren? Er ist großartig und wirbelt durch die Gegend, wie es wohl keiner erwartet hätte.
Shia LaBeouf darf mal wieder zeigen, warum er zur Zeit der Nachwuchsstar schlechthin ist, und die Wahl von John Hurt ist schlichtweg perfekt! Die Rolle wurde ihm auf den Leib geschnitten und macht ihn zum heimlichen Star neben Ford. Karen Allen macht so weiter wie man sie kennt, auch wenn ihre Rolle vergleichsweise klein geraten ist diesmal.
Nur Cate Blanchett bleibt eher blass und das sogar wörtlich. Wahre Schönheit kann nichts entstellen? Dann muss das Fazit im Umkehrschluss lauten, dass Cate einfach nicht zu den Schönheiten gehört. Mit Uniform und Perücke sieht sie einfach, man kann es nicht anders sagen, sowas von scheiße aus – Hilfe! Und an die Fieslinge der anderen Teile konnte sie nicht heranreichen, wer könnte schon einen Mola Ram übertreffen?
Einen netten Gastauftritt gibt es darüber hinaus für Scrubs-Fans, also nicht so viel in der IMDB stöbern, sonst ist die Überraschung dahin.
Keine Zeit verlieren!
Den guten Darstellern steht allerdings leider eine etwas schwächere Story gegenüber. Spielberg kann Actionfilme, das Tempo stimmt jederzeit und lässt keine Langeweile aufkommen, denn ehe man sich versieht, steht schon die nächste haarsträubende Verfolgungsjagd an. Aber irgendwie ist die Alien-Story nach dem heiligen Gral dann doch etwas lahm.
Am Anfang wird die Handlung schon mit verdächtig vielen Erdmännchen garniert und dann kommt auch noch die ganze Familiengeschichte hinzu. Die langweilt nach einer Weile, was daran liegen könnte, dass sie wie eine Kopie des dritten Teils wirkt. Dass auf der anderen Seite neben einigen gelungenen Witzchen auch einige schwache vorkommen, kann man den Machern nicht vorwerfen. Das war immer so und wird immer so bleiben.
Achtung übrigens, kurz vor Schluss, schon nach Ende des Hauptabenteurs, gibt es noch eine ganz üble Schrecksekunde für Fans. Aber keine Sorge, es kommt nicht so übel, wie man im ersten Moment fürchten könnte.
Nochmal glotzen!
Natürlich konnten es die drei Herren vom Gral nicht allen recht machen, früher war schließlich alles besser. Gilt auch für Indy, denn als das letzte mal ein Film mit dem Abenteurer im Kino Premiere hatte, stand ja noch die Mauer. Dennoch ist Ihnen ein großartiges Kinovergnügen gelungen, was neben vielen anderen späten Fortsetzungen viel besser dasteht.
Die wichtigste Lektion ist die, dass Stephen Spielberg einfach der bessere Regisseur ist. Er hat verstanden, dass es bei einem Indiana Jones Film neben Action und Figuren vor allem auf die richtige Wirkung ankommt. So bleibt dem Fan ein Fiasko wie im Falle Star Wars erspart und es gibt einen Film, den man von Anfang bis Ende genießen kann.
Jetzt muss ich mal Leute für den zweiten und dritten Besuch finden…
















