Armstrong hat Schiss – Chance für Ullrich?
16. September 2008 von SLoganDer achte Tour-Sieg ist mir nicht wichtig.
Wenn er schon so anfängt…
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Solche Meldungen liebt die Radsportwelt doch, der Patron der Frankreichrundfahrt kündigt an, wieder auf den Sattel zu steigen. Da fragen wir uns natürlich, welche innovativen Mittelchen er in der Zwischenzeit kennengelernt hat, die ihn dazu bewegen könnten? Und viel dringlicher ist die Frage, wann fängt Jan Ullrich endlich an, für das Kräftemessen mit Lentz zu trainieren? Die Tour der Frangs könnte endlich wieder interessant werden!
Nachtrag: Jetzt stellt auch Bild die Frage an Jan Ullrich.
(via).
Da ist das größte Radrennen der Welt gerade zu Ende gegangen und hatte kurz vor knapp noch einen letzten Dopingfall zu bieten. Sehr schön, da freuen sich die Medien und andere (Neu-)Skeptiker!
Doch wer dachte, mit Epo- und Eigenblutdoping sei das Ende der Fahnenstange erreicht, der irrt. In den Küchen (aka Drogenlabors) wird längst der Stoff zubereitet, der die Athleten der nächsten Generation zu ihren Erfolgen tragen wird…


Wird Zeit für ein neues T-Shirt!
Es ist zwar Ruhetag, aber die Tour lässt einen deshalb noch lange nicht in Ruhe. Während die Meute darauf wartet, wer wohl die Fahrer mit den auffälligen Werten sein mögen – Wer hat da Saunier-Duval gesagt?? – surft unsereins durchs Netz und stolpert über interessante Dinge. Der Betrachter dieser Fotos etwa wird sich wundern, was da eigentlich in Bernard Hinault gefahren ist? Man weiß es nicht!
Bei Didi Senft fragt man sich das schon lange nicht mehr…
Ich kann mich nicht entscheiden, welche Option ich jetzt attraktiver finde, die Tour de Donut oder die Tour de Alcool. Kann mir da jemand helfen?
(via).
Unbedingt lesenswert ist das Interview mit Peter Sloterdijk über die Tour de France. Und in Zukunft achten wir dann in den Alpen mal genauer auf Träger des Gelben Trikots:
SPIEGEL: Tragen Sie eigentlich das Gelbe Trikot, das Ihnen die Kollegen zum Geburtstag geschenkt haben?
Sloterdijk: Sehr gerne sogar. Erstens passt es mir halbwegs, zweitens hat man das Gefühl, als fahre man wie ein lebendes Alarmsignal durch die Landschaft.
Heute ist die Strecke fürs nächste Jahr also endlich bekannt gegeben worden und Touristen müssen wieder knobeln, ob sie lieber in die Alpen oder die Pyrenäen fahren. Ein Blick auf die Etappen macht deutlich, die Veranstalter der Tour wollten auf Nummer sicher gehen! Die zwei berühmtesten Berge (Wann ist die Nummer Drei, der Ventoux mal wieder dabei?) und die legendärste Bergankunft stehen auf dem Programm, da ist Spannung garantiert und Kenner stellen sich die Marmotte schon mal rückwärts vor. Und ja, in der Reihenfolge des Überfahrens müsste natürlich zuerst der Tourmalet genannt werden, aber die Überschrift ist dem Kraftwerk-Text geschuldet.


So jetzt aber genug der Vorfreude und alles wieder vergessen, in den nächsten acht Monaten wird es nur die Themen Fußball-EM und Doping geben.
Heute zelebrieren die deutschen Radsportfans zum zehnten Mal den höchsten Feiertag, Jan Ullrichs Toursieg. Halt, dürfen wir diesen Tag seit der Operation Puerto überhaupt noch begehen? Zumindest haben militante Journalisten noch nicht mit Selbstmordanschlägen gedroht, also scheint es weiterhin unbedenklich, der größten sportlichen Leistung eines deutschen Drahteselreiters zu gedenken.
Nein, das Bundesverdienstkreuz wird er nie kriegen, dazu ist er schon zu ungeschickt im Umgang mit den Medien, doch ist es nötig, sämtliche seiner Erfolge schlecht zu reden? So naiv es klingt, wie viele tausend Menschen hat er zum sportlichen Radfahren motiviert und wie viele zum Ecstasy Doping? Das ist nicht verharmlosend, sondern realistisch.
Was war denn der größte Fehler, den Jan Ullrich in seiner Karriere begangen hat? Richtig, er hat es versäumt, Monica Lierhaus zu schwängern. Warum? Das fragt niemand ernsthaft, oder? Schließlich haben die beiden größten Sportidole dieses Landes so ihren hervorragenden Ruf gefestigt, Franz Beckenbauer schwängert auf Weihnachtsfeiern, Boris Becker in Besenkammern. Tolle Vorbilder, was wohl deutsche Bettenhersteller davon halten?
Welche Momente seiner Karriere sind es denn, die dem Zuschauer als erstes einfallen? Wahrscheinlich der Hungerast auf dem Weg nach Les-2-Alpes 1998, sein Sturz 2001, als er umgehend aus dem Graben geklettert kam, und sein faires Warten auf Lentz 2003. Man sieht sofort, hier hatten die Freiburger Ärzte und Dr. Fuentes ihre Finger im Spiel! Eigentlich ein Skandal, dass er noch eine Fairplay-Auszeichnung erhalten hat. Die sollte doch besser Olli Kahn kriegen!
Schade, dass Helden, bisweilen so schnell fallen gelassen werden in Deutschland, aber wir erinnern uns gerne an die Touren mit Jan Ullrich. Danke, Jan!
Heute vor einem Jahr fand die größte Bergparty der Welt ohne Schnee (Niederschlag) zuletzt statt. Stimmung und Typen hat dieser australische Fernsehmann dokumentiert…