Ich bin zu dem Schluss gekommen, weniger durch reifliche Überlegung als durch spontane Eingebung, dass der Fast-Food-Slogan viel tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Andere würden nach einem solchen Erlebnis vermutlich zu einem anderen Glauben konvertieren oder gleich eine Religion begründen, aber ich bin in solchen Dingen eher sachlich und betrachte sie als das, was sie sind: Schnapsideen. Doch auch bei nüchterner Betrachtung blieb ich von dem Resultat begeistert und teile es jetzt der Welt mit.
Den Schmerz in meinem Ohr hatte eine der zahlreichen Nachtdokus auf einem der kaum weniger zahlreichen Nachrichtensendern verursacht. Dort war in der Schlussbemerkung von Offizieranwärtern die Rede, ein Indiz dafür, dass der Sprecher offensichtlich zu lange den Ausführungen der Soldaten gelauscht hatte. Aber was wäre denn der Verteidigungsminister ohne Fugen-S? Der schöne Buchstabe, den tumbe Stuffze (auch OMaate) gern mit dem Hinweis auf die Bratskartoffel aus der Welt schaffen würden. Heute würde ich sie vermutlich auch auf ihre sprachliche Inkompetenz hinweisen, aber als kleiner Matrose in der Grundausbildung traut man sich das ja nicht.
Der Verschwörungstheoretiker sieht sofort, dass hier ein Kartell am Werk ist, ein Zusammenschluss von Unteroffizieren, Anwälten und Beamten, die sich fest an Vorschriften klammern und dabei sind, das schöne S des Übergangs und der wohlklingenden Aussprache auszulöschen. Diese Vernichtunggruppe will den Deutschen mit Herzenlust eine Einheitlösung vor die Füße werfen, die für Schönheitaspekte ein Wahrnehmungdefizit aufweist.
Doch das dürfen wir uns nicht gefallen lassen, nur weil der Amtsschimmel mit Sprachvielfalt überfordert ist und die gewachsenen Wortformen nicht immer mit schlichten Schablonen zu erfassen sind. Was wäre denn ein Liebesbrief ohne (e)s? Übrigens das Lieblingsbeispiel meiner Linguistik-Dozentin, wenn es um Morphologie ging.
Rettet s!
p.s.: Zur Vertiefung empfehlen wir diesen Zwiebelfisch.
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