Warum bloß ist das deutsche Fernsehen so schlecht?

23. Januar 2007 von DeRandy

Das ist eine Sache, die ich wirklich nicht verstehe! Dabei fing das mit der deutschen Fernsehkultur vor vielen Jahrzehnten mit Straßenfegern wie Derrick doch so gut an. Gut, über Aktenzeichen XY ungelöst konnte man sich streiten, ob es schon der Vorläufer des Angstmacher-TV war oder nicht. Aber im Grunde genommen war das ja noch Kult und im kulturellen Sinne ja auch informativ. Viele, die bis dahin noch nie einen Schweizer zu Gesicht bekommen hatten, konnten sich an Konrad Toenz erfreuen. Und alle, die mit Österreich nur seltsame Giftzwerg-Diktatoren mit hektischem Gebaren in Verbindung brachten, konnten sich von der “Wiener Gelassenheit” eines Peter Nidetzky eines Besseren belehren lassen.

Und der Schimanski-Tatort war auch jedes Mal ein spannender Kracher, auch nicht zuletzt deswegen, weil er in meiner Heimatstadt gedreht wurde. Heute kann man sich das Zeug natürlich nicht mehr geben. Damals war’s ja auch eine andere Zeit.

Aber wenn ich mich jetzt so umsehe, denke ich nur: “Quo Vadis, deutsche TV-Produktion?” GZSZ hatte ein Herz für alle nicht so guten Schauspieler, damit die auch mal was zu tun kriegen und der sonst recht kultige Marienhof zog dem Trend ziemlich schnell nach. Und alles, was dort bei den ersten Castings mangels Talent achtkantig aus dem Produktionsbüro geworfen wurde, wurde erst von den Gerichtsschows, dann vom Rechtsexperten Lenßen samt Partnern aufgefangen und zu Fernsehen verwurstet, dass von weiten Teilen der Bevölkerung auch noch gefressen wird.

Ach ja, “Abschlußklasse” gibt es auch noch. Aber in Schauspielerei haben die ihren Abschluß wohl nicht gemacht.

Einerseits werden also wohl Talentabstinenzler ans Set geholt. Das ist schon mal das eine Problem. Ein weiteres Problem ist aber, dass sich der deutsche Film/die deutsche Serie viel zu ernst nimmt.

Bei Sachen wie “Balko” kann man vielleicht noch recht entspannt sein, ohne die Fernbedienung im Anschlag haben zu müssen. Die Jungs dort nehmen sich gern mal selbst auf die Schippe, auch wenn es nicht jedermanns Sache ist. Damit ist die Lobeshymne auf die deutschsprachigen Produktionen aber auch schon fast zu Ende. Was mir so Klamotten wie “Die Sitte” präsentiert, ist traurig. Traurig ist auch die eine Serie, die an das amerikanische Profiler/Autopsy-Ding anzuknüpfen versucht. Das ist Fernsehen ohne Ausdruck und Farbe, charakterlos und stumpf. Wären die Drehbuchseiten weiß geblieben, hätten sie mehr Flair versprüht.

Aber so ist das nun mal: mit Danny Crane nimmt’s halt keiner auf…

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