Wortbedeutungsle(e)hre
19. November 2006 von DeRandyEs ist schon seltsam, welch wundersame Entwicklungen Wörter machen können. Heute will ich in dem Zusammenhang über ein ganz besonderes Wort sprechen.
Wir alle kennen dieses Wort, viele schon von Kindheit an, obwohl es nicht unserer Sprache entstammt. Nahezu unscheinbar war dieses Wort Jahrzehnte lang als kleine Überschrift im Abspann großer und kleiner filmischen Machwerke zu lesen. Dieses Wort stellt die Rollenverteilung vor und ist das Ergebnis einer langen und harten Arbeit der Filmspezialisten, die hinter den Kulissen stehen und sich den Kopf darüber zermartern, welcher Schauspieler für welche Rolle der richtige ist. Die Rede ist von:
cast
Wir alle kennen die Ergebnisse und sind mit ihnen sehr zufrieden. Daher geht es uns kilometerweit an unseren Blogärschen vorbei, wie so ein Casting für Chewbacca, Han Solo oder James Bond ausgesehen haben könnte. Wer waren die Mitstreiter, die mit Harrison Ford und Sean Connery ins Rennen gegangen sind? Oder wer hatte sonst noch geglaubt, beim “Boot” den “Alten” machen zu können? Wer hat Jenna Jameson und Kim Gina Wilde gecastet? Nett zu wissen, aber uninteressant, wenn das Resultat stimmt.
Heute ist das Casting zu einem autonomen Mediengespenst mutiert, das uns terrorisiert, sobald wir die Glotze auch nur anschalten.
Wenn dann nach der finalen Endausscheidung der neue Popstar/Neue Engel/Superstar oder das neue Supermodel wie frisch aus dem Ei geschlüpft vor der Jury steht, dann fehlt nur noch eins: Der Griff zum wegschmeissen.
Denn normalerweise verdienen die Macher ihr Geld damit, dass sie nach einem harten Castingkampf ein High-End-Produkt auf die Bühne oder auf die Leinwand zaubern können, über das die Menschen noch lange sprechen. Nun ist das aber irgendwie anders. Da wird mit Castingshows ein Heidenumsatz gemacht, und von dem, was unter dem Strich dabei herauskommt, will schon nach ein paar Tagen niemand mehr etwas wissen. Natürlich zurecht, denn der aufklebbare Plastikpickel aus dem Scherzartikelladen verkauft sich besser als jeglicher Vinylfurz von Nu Pagadi.
Das Casting ist jetzt die eigentliche Vermarktungsware, nicht mehr das, was am Ende dabei herumkommt. Der Weg ist das Ziel, sagt man zwar, aber dieser weise Spruch wird hier wohl ad absurdum geführt. Und mal allen Ernstes: Was soll das denn auch bitteschön für ein Casting sein, wenn am Ende Küblböck, Klaws und plärrende Heulsusen dabei herumkommen? Ja ja, ich weiß, von wegen Heulsusen… die weinen ja nur, weil es im Showbiz so hart zur Sache geht. Popstarkarrieren stehen auf der Kippe, wenn Detlef D. einen schlechten Tag hat und Kindheitsträume vom Berühmtsein platzen, wenn der Daumen vom Bohlen nach unten geht. Kennen wir ja, das Thema, das die Massen fasziniert: Die Welt ist schlecht.
Aber Casting-Shows sind schlechter. Und wesentlich sinn-freier, als es allein schon Blogmaa jemals sein könnte.
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Tags: blogmaatik, Neusprech.








#1 | Am 19. November 2006 um 21:03 Uhr
You can Dance…
Man man, der Casting-Show-Wahn kennt wirklich keine Grenzen mehr. Jetzt sucht SAT1 schon den besten Tänzer. Die Tänzercastingshow You can Dance ist an den Start gegangen. Wo soll das noch hinführen oder besser, wen interessiert das. Noch wichtiger s…
#2 | Am 19. November 2006 um 22:20 Uhr
Ich muss zu meiner Schande gestehen – Quark, es gereicht mir zur Ehre! – dass ich noch nie eine Casting-Show gesehen hab. Berühmt ist allerdings die Episode, dass David Prowse zwischen Chewie und Vader wählen durfte, sich mit dem Hinweis, dass der Bösewicht besser im Gedächtnis bleiben wird, für den schwarzen Lord entschied. Und er hat Recht behalten…
Ach, ich weiß noch einen: Tom Selleck wäre fast Indiana Jones geworden, die Eröffnungssequenz des ersten Teils ist dann auch mal in einer Magnum Folge nachgedreht worden.
#3 | Am 19. November 2006 um 23:52 Uhr
Keine Ahnung, was da so im Fernsehen abgeht, ich weiß nur, dass DeRandy hier zu Höchstform aufläuft und als Trainer muss ich sagen: So will ich DeNandy immer sehen. Pointiert und kreativ. Damit durchschlägt er jede Abwehrkette, und sie es die Beißhemmung beim gewöhnlichen Blogmaa-Leser.
#4 | Am 20. November 2006 um 00:20 Uhr
Harrison Fords Mitstreiter beim Casting kenne ich nicht, aber jedenfalls war er damals angeblich noch Zimmermann in dings… USA-town. Irgendwo. Jedenfalls kein spielender Schauer, profihaft. Angeblich.
Aber die gnadenlose Keule des Admiral Slogan wird sofort über mich kommen, großer Cineast, der er ist, allwissender auch, diesbezüglich.
#5 | Am 20. November 2006 um 00:22 Uhr
Beim Casting zu Star Wars, das war aber zirka fünf Jahre vor Indy… und davor hatte er ja auch schon geschauspielert.
#6 | Am 20. November 2006 um 00:23 Uhr
Und zwar was?
#7 | Am 20. November 2006 um 00:28 Uhr
Berühmt ist natürlich nur ‘American Grafitti’, aber bei Leno haben sie beispielsweise auch mal seinen Auftritt aus ‘Dead Heat on a Merry-Go-Round’ gezeigt. Da bringt er James Coburn ein Telegram…
Ansonsten ist die IMDB Dein Freund!
#8 | Am 20. Januar 2007 um 17:06 Uhr
South Pinellas Man vindicated on a contracting without a license charge. He was innocent all along and the state filed charges anyway ignoring the facts.
Reported on 12/06 by St Petersburg Times Reporter Shannon Tan stated the State of Florida had recieved a report Mr McClow had been working unlicensed which WAS NOT the case. James McClow and Seminole Air Conditioning and Flroda Coorporation WAS licensed.
Seems Mr McClow used a qualifier for licensing and this person had told the state he was no allowed
to use license when in fact he was accepting payments weekly. His name was Raymond Russel out of New Port Richey Florida. He evidently lied to state representatives and told mis turths about mr McClow and Seminole Air COnditioning. Who was in fact legally licensed all along but the was not able nor researched fully James’ claims of licensing. They dropped the ball to be polite.
Mr Raymond Russell is now under investigation by the State of Florida for falsifying statements regarding tthe McClow case. This was an unfortunate matter as following this report this case had sent the McClow’s business into a downward spin and eventuallly sold to another local business when in fact he was leggal all along.
Mr McClow declined comment upon hearring of his name being cleared in this case and said he was disapointed this was not reported correctly to begin with. Mt McClow had contacted the times on several occasions claiming inocince but the St Pete Time ran the story anyway. This led the closire of Seminole air conditioning and James becoming a vitim of the State due to their mis filings.
James and family and Seminole Air Conditioning HAVE BEEN CLEARED of any misdoings however he now works as a start up specialist in the area and is happy. James McClow
Shannon Tan
St Petersburg Times
#9 | Am 14. Juni 2007 um 21:55 Uhr
Coca Cola Code im Deckel…
Sicherlich haben einige mitbekommen das es seid gut eineinhalb Jahren so genannte Cokefridge Codes in den Deckeln von Coca Cola Flaschen gibt….